Ich schäme mich nicht.

In der Abschlussvorlesung zu diesem Semester erzählte der Professor von einer Musterstudentin, die ihn einmal fragte, was er ihr raten würde. Er riet ihr, einfach mal einen Tag im Bett zu bleiben. Einfach nur so, nicht einmal um sich zu erholen, sondern vollkommen grundlos. Spätestens nach dieser Antwort ist klar, in welchem Institut der Professor seinen Lehrstuhl hat. Im selben Atemzug empfahl er die Anschaffung einer Museumsdauerkarte, allein deshalb um unnütze Zeit sinnvoll zu füllen.

Jawoll, man darf liegenbleiben. Einfach so. Man darf sich aus der Alltagswelt zurücknehmen. Man muss die notwendigen Entscheidungen treffen. Ich merkte die letzten Tage nicht, wie sich der Druck aufbaute, wie ich mich selbst unter Druck setzte. Als heute morgen um acht Uhr die Klausuren im großen Hörsaal ausgeteilt wurden, drehte ich mich in meinem Bett um und schlief gut. Ich schaltete mein Telefon aus, schrieb dem Mann, den ich näher kennenlernen möchte, dass ich mich Anfang August wieder melde. Fragte eine Freundin, die sich nicht meldete, ob es ihr gut geht; wünschte ihr einen guten Flug nach LA. Kurzum: Ich hatte einen eigenartigen Tag, doch ich war ganz nah bei mir. Beim wirklich Wichtigen.

Merkt man eigentlich das Verhalten?

Ich kontrolliere mich: Es gibt derzeit mehr oder weniger genau abgegrenzte Themenbereiche, über die ich ich nicht näher schreiben kann, obwohl ich es möchte. (das (m.) verstehe ich unter “sich zurücknehmen” – rücksicht!) Blöderweise sind das genau die Themenkreise, die mich derzeit am Intensivsten beschäftigen. Ich würde ja auch, aber ich kann die Folgen nicht abschätzen und lass es somit erstmal sein. Ich treffe Fehlentscheidungen, verstehe bisweilen mein eigenes Verhalten nicht, würde dies gerne in Geschichten verarbeiten doch stoß ich hier an die Grenze. Ich habe mindestens einen interessanten Menschen kennengelernt. Ich habe den Eindruck, man merkt das. Treue Leser kommentieren nicht mehr. Dies stimmt mich umso nachdenklicher. Eigenartig wie man sich verändert. Arthur, übernehmen Sie! Rette man, was kann…

Arthur, die schwule Sau (1)

Wenn er wüßte, dass ich gerade noch eben einen Popel gegessen habe, würde er mich jetzt ganz sicher nicht so leidenschaftlich küssen. Ich spüre seine Zunge, wie sie fordernd meine Lippen umspielt. Es wird eindeutig: Er will mehr. Ich zieh die Hosen herunter und strecke meinen blanken, braungebrannten Po seinen irischen Netzhäuten entgegen. Er war früher bei der IRA, erzählt er mir dann später. Bei einem Anschlag kamen mehr als 15 Kinder ums Leben. Das war ihm egal, er wird nie eigene Kinder kriegen. Er fickt mich und das tut er gut. Ich spüre sein Glied zwischen meinen Schenkeln – da hat er schon lange seinen Samen aus christlicher Sicht verschleudert. Ich sehe ihn an, da lächelt er in meine Augen. Währenddessen dringt sein Sperma zähflüssig in das Laken ein, das ich mal von seinem Ex geschenkt bekam. Danke Lukas!

Geschützt: Naturalientalent

Dieser Artikel ist durch ein Passwort geschützt.
Um ihn anzusehen, trage es bitte hier ein:


Veränderung

Zwei Tage die Woche sind wir in derselben Stadt. Seit Wochen schon, einmal haben wir uns in einem kleinen Café getroffen – an einem Freitag. Seitdem haben wir uns kaum gesprochen. Vielleicht sehen wir uns gar nicht mehr. Letztes Wochenende war er in Berlin – ich nicht. Niemand weiß, wie wir uns überhaupt näher kamen. Es geschah im Chat. Einer von uns muss sich verirrt haben. Es war in der Nacht des Eurovision Song Contests. Irgendwann spät in der Nacht. Plötzlich saßen wir beide am Telefon. Als alle Akkus leer waren, schliefen wir ein. Am nächsten Tag ging es weiter. Eine neue Erfahrung, eine ungewohnte Situation, eine Herausforderung und immer wieder Skepsis, denn wann ging mal etwas über ein erstes Treffen hinaus und sah es dann nicht immer genauso aus?

Vorsicht/Neugierde/Skepsis _ Rückzug.
Hauptsache: Ehrlichkeit.

…und immer wieder schlief er am Hörer ein.