Wie es hier wohl mal weitergeht?!

Fest steht: Es wir weitergehen. Demnächst. Irgendwann und irgendwie. Bald. Bestimmt. Spätestens dann morgen oder übermorgen oder einige Tage später. Zunächst wird es einen geschützten Beitrag zum familiären Höhepunkt des Jahres geben. (Lange wurde hier und anderswo felißig mitgefiebert und unterstützt, dafür will ich in einem ganz persönlichen Beitrag “Danke!” sagen.) Dann wird es einige Gedanken zu meiner Zukunft geben und an der ein oder anderen Stelle umstrukturiert. Es werden neue Personen -auch und gerade hier im Blog- auftauchen. Das Bühnenblog wird alsbald zurück an den Start gehen und sich in eine Art Wochenmagazin wandeln; ich will mir den Sonntag fürs Theater freihalten und hoffe es klappt. Überhaupt will ich mich endlich mehr strukturieren und auch mal -wie viele andere- mehr in einem Stück an einer Sache -vorzugsweise einem Stück- arbeiten und nicht alles durcheinander betreiben. Das Traumblog wird einerseits sich selbst überlassen, demnächst aber wohl auch etwas für die digitale Literatur tun, indem dort Klassiker häppchenweise wiedergeträumt werden: den Anfang wird wohl Schnitzlers Traumnovelle machen. Vordergründig möchte ich mich aber mehr und mehr in meinem eigenen Schreiben verständlicher machen, vor allem mir selbst. Doch vorerst muss ich mich um meine liebe Oma kümmern, die nach einem leichten Herzinfarkt im Krankenhaus liegt. Ihr geht es aber gut, kein Grund mehr zur Sorge. Sodenn: Weitermachen!

Ich schäme mich nicht.

In der Abschlussvorlesung zu diesem Semester erzählte der Professor von einer Musterstudentin, die ihn einmal fragte, was er ihr raten würde. Er riet ihr, einfach mal einen Tag im Bett zu bleiben. Einfach nur so, nicht einmal um sich zu erholen, sondern vollkommen grundlos. Spätestens nach dieser Antwort ist klar, in welchem Institut der Professor seinen Lehrstuhl hat. Im selben Atemzug empfahl er die Anschaffung einer Museumsdauerkarte, allein deshalb um unnütze Zeit sinnvoll zu füllen.

Jawoll, man darf liegenbleiben. Einfach so. Man darf sich aus der Alltagswelt zurücknehmen. Man muss die notwendigen Entscheidungen treffen. Ich merkte die letzten Tage nicht, wie sich der Druck aufbaute, wie ich mich selbst unter Druck setzte. Als heute morgen um acht Uhr die Klausuren im großen Hörsaal ausgeteilt wurden, drehte ich mich in meinem Bett um und schlief gut. Ich schaltete mein Telefon aus, schrieb dem Mann, den ich näher kennenlernen möchte, dass ich mich Anfang August wieder melde. Fragte eine Freundin, die sich nicht meldete, ob es ihr gut geht; wünschte ihr einen guten Flug nach LA. Kurzum: Ich hatte einen eigenartigen Tag, doch ich war ganz nah bei mir. Beim wirklich Wichtigen.

Merkt man eigentlich das Verhalten?

Ich kontrolliere mich: Es gibt derzeit mehr oder weniger genau abgegrenzte Themenbereiche, über die ich ich nicht näher schreiben kann, obwohl ich es möchte. (das (m.) verstehe ich unter “sich zurücknehmen” – rücksicht!) Blöderweise sind das genau die Themenkreise, die mich derzeit am Intensivsten beschäftigen. Ich würde ja auch, aber ich kann die Folgen nicht abschätzen und lass es somit erstmal sein. Ich treffe Fehlentscheidungen, verstehe bisweilen mein eigenes Verhalten nicht, würde dies gerne in Geschichten verarbeiten doch stoß ich hier an die Grenze. Ich habe mindestens einen interessanten Menschen kennengelernt. Ich habe den Eindruck, man merkt das. Treue Leser kommentieren nicht mehr. Dies stimmt mich umso nachdenklicher. Eigenartig wie man sich verändert. Arthur, übernehmen Sie! Rette man, was kann…

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Veränderung

Zwei Tage die Woche sind wir in derselben Stadt. Seit Wochen schon, einmal haben wir uns in einem kleinen Café getroffen – an einem Freitag. Seitdem haben wir uns kaum gesprochen. Vielleicht sehen wir uns gar nicht mehr. Letztes Wochenende war er in Berlin – ich nicht. Niemand weiß, wie wir uns überhaupt näher kamen. Es geschah im Chat. Einer von uns muss sich verirrt haben. Es war in der Nacht des Eurovision Song Contests. Irgendwann spät in der Nacht. Plötzlich saßen wir beide am Telefon. Als alle Akkus leer waren, schliefen wir ein. Am nächsten Tag ging es weiter. Eine neue Erfahrung, eine ungewohnte Situation, eine Herausforderung und immer wieder Skepsis, denn wann ging mal etwas über ein erstes Treffen hinaus und sah es dann nicht immer genauso aus?

Vorsicht/Neugierde/Skepsis _ Rückzug.
Hauptsache: Ehrlichkeit.

…und immer wieder schlief er am Hörer ein.