Nach mehrmonatiger Umzugs- und Neustrukturierungsphase hat das Institut für Online Hermeneutik (IfOH) nun anläßlich eines Wettbewerbes wieder die Arbeit aufgenommen und einen Text hergeleitet, der sich aus der Kombination von 23 Filmtiteln ergibt. Wem es gelingt, die meisten davon ausfindig zu machen, bekommt die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift für komische Literatur als kleinen Bonus übersandt.
edit: Der Gewinner des Wettbewerbs war r|ob. Gesucht waren die 23 nominierten Filme des Deutschen Filmpreises 2008, die nun in Fettschrift hervorgehoben sind.
Es war wieder einer dieser ganz besonderen Tage.
Während in Japan die Kirschbäume blühten und die Menschen die aus der Nara-Zeit stammende Tradition des Kirschblüten – Hanami aufrecht hielten, sah ich ihn ganz zufällig. Ich hatte bis dahin keine Ahnung von seiner Existenz, ich hätte sie mir nicht einmal träumen lassen, mich nicht einmal dazu zwingen können, ein solches Seiendes in meiner Phantasie zu erfinden. Er war nicht groß, größer als ich zwar, aber nicht groß – eher klein. Er war der Widerspruch in Person, die Haare lang aber dennoch kurz, die Haut noch jung und doch ganz faltig. Lissi meinte er sei „frei nach Plan“ und beschrieb ihn damit besser, als ich es je tun könnte. Lissi konnte ihn überhaupt viel nüchterner betrachten, als ich es tue. Sie war ihm nie verfallen, vermutlich war auch das der Grund warum er sie liebte, so sehr liebte, wie ich es mir stets von einem Menschen wünschte; ich wollte nur ein einziges Mal, nur für einen Augenblick so geliebt werden, wie er sie liebte. Lissi und der wilde Kaiser; für dieses Liebesleben hätte ich jeden Preis bezahlt. Lissi zahlte mit dem Tod. Das wilde Leben war vorbei.
„Steigen Sie ein; es sind nur noch wenige Plätze frei!“
Nach ihrem Tod trafen wir uns im Prinzessinnenbad -dem Ort unserer ersten Begegnung- wieder. Wir saßen uns im Whirlpool gegenüber. Das Wasser reichte bis zum Ellenbogen, alles darüber verströmte einen Hauch vergangener Jugend. Ich atmete tief, schluckte salzige Tränen. Mit jeder einzelnen verließ uns die Lust am Leben wie ein fliehendes Pferd. Max Minsky und ich sahen uns nie wieder.
„Steig ein; Du bist nicht allein!“
Als er am Limit war und die Welle über ihn zu brechen drohte, rettete ihm die Anruferin das Leben. Wenn Ravenhill Recht hat und das ganze Leben tatsächlich nur aus Shoppen&Ficken besteht, war er zu dem Zeitpunkt ein Zombie, halb-tot, denn sein Leben bestand nur noch aus Konsum, man überlebte. Ich, Leroy, ging sofort zum Hafen.
Schon aus der Ferne sah er den Kai. Ihm prangte auf einem Transparent an der Balustrade – „Willkommen in Amerika!“ als Gruß in Großbuchstaben entgegen. Er fuhr nach Amerika und ich entdeckte Absurdistan.
Yella war dort heimisch.
Wir ließen alles hinter uns, das Notizbuch, das Black Book liegt noch immer auf dem Schiff. Am Ende kommen Touristen, finden es und blättern dann um; die drei Räuber sehen auf der anderen Seite Schriftzeichen, die sie nicht verstehen, nicht dechiffrieren können.
Sie gieren nach Verrat. — Sie werden ihnen helfen, Sie übersetzen:
„Lieber Klößchen als Blumen!“